Disziplin, Gehorsam, Hierarchie und Warten. Die Bundeswehr ist eine Welt für sich, in der Weiblichkeit und Individualität oft hinter Uniformität verschwindet. In der Arbeit STILLGESTANDEN begegne ich Frauen, die sich in diesem System zurechtfinden.
Wie ist das Leben als Soldatin wirklich? Was ist die Motivation für diese Berufswahl, insbesondere heute, wo der Krieg jeden Tag näher rückt? Was bedeutet es, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem kein Platz für Sensibilität und Individualität ist? Wie fühlt es sich an, als Frau Teil einer Institution zu sein, die noch immer stark von Männlichkeitsbildern geprägt ist? Und wer bleibt übrig, nachdem die Uniform abgelegt wurde?
STILLGESTANDEN erzählt von dem Spannungsfeld zwischen Gehorsam und Selbstbehauptung, zwischen Härte und Verletzlichkeit. Zwischen dem Bedürfnis, Teil eines Ganzen zu sein und dem Wunsch, als Individuum gesehen zu werden. So wirft die Arbeit die Frage auf, inwiefern militärische Strukturen Identität formen oder begrenzen und wie sich Vorstellungen von Weiblichkeit und Individualität in einer sicherheitspolitisch zunehmend aufgeladenen Gegenwart behaupten.